Letztes Update 21. November 2008   

Computer befreien das Denken vom Rechnen.
 
Verfasser unbekannt
 





     
 

Audio am PC

 

Zurück

Audio Anwendungen


Grabben (Rippen) von AudioCD Tracks


Unter "Grabben" oder "Rippen" versteht man das Auslesen von Titeln einer Audio-CD und das nachfolgende Speichern als Wavedatei. Dafür benötigt man ein entsprechendes Programm, das man kostenfrei oder günstig im Internet bekommt (siehe „Links“).

Wann grabbt man Audio-Tracks?

  • Um Sicherheitskopien wertvoller CDs anzufertigen
  • Um Audio-CDs zu kopieren. In diesem Fall sollte man die Tracks komprimieren, um Speicherplatz zu sparen.
  • Um sie weiter zu bearbeiten

    Hinweis: Die Wavedatei befindet sich nach dem Grabben im Format 44100 Hz/16 bit/Stereo.


Rechtliche Hinweise zum Kopieren von Audio-CDs


Das Kopieren von CDs für den rein privaten (eigenen) Bedarf ist unbeschränkt erlaubt. Man darf sich also beliebig viele Kopien fürs Auto, Schlafzimmer etc. anfertigen. Die rechtlichen Einschränkungen beginnen erst bei der Weitergabe dieser Kopien.

Dabei wird davon ausgegangen, dass durch jede weitergegebene Kopie der Musikindustrie ein Schaden entsteht. Der oberste Grundsatz ist die nichtkommerzielle Absicht der Weitergabe. Darüber hinaus darf die Weitergabe nicht „wahllos“ erfolgen; das ist der Fall, wenn man zu dem Begünstigten kein persönliches Verhältnis pflegt, oder auch dann, wenn beim Anfertigen der Kopie noch nicht bekannt ist, für wen diese Kopie bestimmt ist. Somit ist das Kopieren einer Audio-CD und die Weitergabe nicht grundsätzlich verboten; eine erlaubte Stückzahl kann jedoch nicht genannt werden.

Eine gewisse Panikhaltung hat einige Firmen veranlasst, das Kopieren von CDs unmöglich zu machen. Das wird jedoch als eine Einschränkung der Rechte der Besitzer angesehen, zumal dieser Kopierschutz auch dazu führen kann, dass solche CDs in bestimmten CD-Playern nicht abgespielt werden können. Dadurch erwächst dem Käufer aber ein Rückgaberecht.

Die Zeitschrift c’t unterhält eine Seite im Internet, wo alle kopiergeschützten CDs aufgelistet werden, samt den damit zusammen hängenden Problemen (siehe „Links“). Die c’t hat sogar ein Programm „UnCDCopy“ entwickeln lassen, mit dem eine CD über den analogen Umweg kopiert werden kann, was rechtlich nicht als „Kopie“ im eigentlichen Sinn angesehen wird und somit keiner Einschränkung unterliegt. Der analoge Umweg bringt einen Qualitätsverlust mit sich, der aber so gering ist, dass er vernachlässigt
werden kann.


Komprimieren von Wavedateien

Darunter versteht man die Umwandlung ins MP3- oder eine anderes Format (siehe weiter oben). Natürlich ist auch hier wieder ein entsprechendes Programm und/oder ein Encoder erforderlich.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  • Das Programm integriert einen Encoder (Schwierigkeitsstufe „leicht“). Normalerweise sind solche Programme teuer oder verwenden einen lizenzfreien Encoder oder bewegen sich am Rande der Legalität.
  • Das Programm verfügt selbst über keinen Encoder, sondern verwendet im System vorhandene. Diese müssen zuvor vom Anwender ins System integriert werden („umständlich“). Diese Programme sind Freeware oder sehr billig. Der Encoder wird meist als nachladbares "PlugIn" im Programm installiert.
  • Man verwendet einen Encoder ohne User-Interface und spricht ihn über die Kommandozeile an („sehr schwierig“).

Vor der Umwandlung ist die Entscheidung zu treffen, wie stark komprimiert werden soll. Der geringste qualitätserhaltende Wert beträgt 96 bis 128 kbps. Zur Sicherheit sollte man jedoch einen höheren Faktor wählen, z.B. ergeben 192 oder 256 kbps eine deutlich bessere Tonqualität.


Rechtliche Hinweise zum Komprimieren von Wavedateien

Der Vorgang des Komprimierens unterliegt keinen Einschränkungen. Dies gilt, wie erwähnt, nicht immer für die Verwendung eines Encoders und ebenso nicht für die „wahllose“ Weitergabe dieser Dateien. (Mehr dazu im Kapitel Rechtliche Hinweise zum „File Sharing“)


Up- und Download von MP3s / „File Sharing“

Vor dem Beschreiben der Inhalte dieses Kapitels, das nur interessehalber erfolgt und nicht als Ermutigung verstanden werden soll, muss auf die rechtlichen und moralischen Bedenken diesbezüglich verwiesen werden.

Der Austausch von komprimierten Audiodateien ist in der letzten Zeit zu einem zentralen Thema der Informatik geworden. Die Musikindustrie betrachtet dieses Phänomen als Ursache ihrer großen Verluste; für den Anwender bedeutet es jedoch die Möglichkeit, kostenfrei in den Besitz von Musik zu gelangen. Darüber hinaus ist hier auch eine Art von Rache an der Musikindustrie im Spiel, stellt die CD doch eines der wenigen Produkte dar, die seit ihrer Erfindung kaum billiger geworden sind, obwohl der Absatz Jahrzehnte lang angestiegen war. Leider hat die Musikindustrie das Problem viel zu spät erkannt. Auch gab es damals noch keine rechtliche Abdeckung dieses Problems (im Gegensatz zu Software).

Was wird für den Austausch von MP3s benötigt?

  • Eine schnelle (zumindest ISDN) und pauschalierte Internetverbindung (Flatrate oder hohes Transfervolumen). Andernfalls kann eine heruntergeladene CD mehr Geld kosten als im Geschäft.
  • Ein Programm, welches den eigenen Rechner mit einem Netzwerk verbindet (siehe Links).
  • Eine mehr oder weniger große Anzahl von eigenen MP3s zur Bereitstellung im Internet. Dies ist nicht in jedem Fall zwingend erforderlich und rechtlich bedenklich.

Beim File-Sharing lassen sich auch erhebliche Nachteile gegenüber einer legal erworbenen CD bzw. einem bezahlten Download erkennen:

  • Keine weiterführende Information zur CD (Einlageblätter, Heftchen)
  • Es existieren viele unvollständige Titel, schlecht kodierte und Titel mit Störgeräuschen im Internet (teilweise absichtliche "Störaktionen" der Musikindustrie)
  • Häufig geringe Downloadrate trotz schnellem Internetzugang
  • Grundsätzliche Virengefahr gegeben

Rechtliche Hinweise zum „File Sharing“

Das Bereitstellen von MP3s mit Rechten Dritter im Internet stellt eine typische Form der oben beschriebenen „wahllosen“ Weitergabe dar und ist somit grundsätzlich und in allen denkbaren Fällen verboten. In den USA und auch in Deutschland hat es erfolgreiche Klagen der Musikindustrie gegen Anwender gegeben. Neben des rechtlichen Aspektes ist noch der moralische zu bedenken: Bei Musik handelt sich immerhin um geistiges Eigentum des Kunstschaffenden und ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung frei von Copyright-Rechten.


Virenproblematik beim File-Sharing

Grundsätzlich ist die Gefahr, beim Austausch von MP3s von Viren befallen zu werden, relativ gering. Da MP3 Dateien keine ausführbaren Programmen enthalten sind sie per se auch nicht vervirt.


Musikdownload auf Bezahlbasis

Als Nebeneffekt der MP3-Problematik hat die Musikindustrie eine neue Vertriebsmöglichkeit für ihre Produkte erkannt. Viel zu spät entstanden in den letzten Jahren diverse Download-Angebote gegen Bezahlung. Diese unterscheiden sich jedoch erheblich voneinander, je nachdem, ob der Service direkt mit der Musikindustrie zusammenarbeitet oder mit einer nationalen Verwertungsgesellschaft (z.B. AKM in Österreich). Im letzten Fall ist das Angebot erheblich günstiger.

iTunes Client von AppleRein technisch unterscheidet sich das legale Downloaden kaum vom illegalen: Auch hier benötigt man ein Programm, das das Downloaden ermöglicht und diverse Hilfestellungen (Suchfunktion etc.) bereitstellt. Diese Programme werden vom Anbieter kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Bezahlung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:

  • Pro Titel oder CD (teuerstes Angebot: ca. 90 US-Cent pro Titel)
  • Mit einem Abonnement: Man erwirbt eine bestimmte Anzahl Titel oder Megabyte.
  • Selten: Bezahlung für einen bestimmten Zeitraum (z.B. ein Monat uneingeschränktes Downloaden).

Einige Downloadangebote versehen die einzelnen Titel mit einem digitalen Kopierschutz ("DRM Management"), der den Gebrauch der Dateien nach dem Download erheblich einschränkt. Beispielsweise können die Titel nicht dekomprimiert und auf CD gebrannt werden. Auch eine zeitliche Einschränkung des Gebrauchs ist möglich, der Titel „läuft“ beispielsweise in einem Monat ab und kann dann nicht mehr angehört werden.


Digitalisieren einer Schallplatte

Bei diesem Vorgang überspielt man eine Schallplatte auf CD, z.B. um eine wertvolle Schallplatte zu "retten", welche nicht auf CD erhältlich ist. Dazu benötigt man:

  • Einen Schallplattenspieler
  • Einen Rechner mit Soundkarte und CD-Brenner
  • Als Verbindung zwischen beiden Komponenten eine Stereoanlage oder ein Entzerrer-Modul (im Elektronikhandel erhältlich)
  • Softwareseitig ein Programm zum Aufnehmen und Bearbeiten von
    Wavedateien
  • Ein Programm zum Brennen der CD

Da ein direkter Anschluss des Plattenspielers an die Soundkarte nicht möglich ist (Signal muss entzerrt werden), verbindet man den Line-Eingang der Soundkarte mit einem Ausgang der Stereoanlage (Tape-Out, Kopfhörer). Alternativ besteht die Möglichkeit eines Entzerrer-Moduls; dieses ist genau für diesen Zweck vorgesehen und verfügt über alle erforderlichen Kabel und Anschlüsse. Danach startet man den Wave-Editor im Rechner und nimmt alle Einstellungen vor: Format der Wavedatei, Line-In als Aufnahmequelle.

Sollte die Schallplatte sehr stark knistern, sollte man sich überlegen, ein 1:1-Gemisch aus Spiritus und destilliertem Wasser aufzutragen, das diese Störgeräusche unterdrückt. Knackgeräusche können aber auch nachträglich aus der Wavedatei per Software entfernt werden.

Bevor der Aufnahme wirklich beginnt, sollte man testen, ob das Signal von der Platte wirklich im Rechner ankommt. Dazu sind entweder Signalinstrumente im Programm behilflich, oder man führt eine Probeaufnahme von einigen Sekunden durch. Verläuft der Test erfolgreich, kann die Überspielung gestartet werden. Man startet zuerst die Aufnahme im Rechner, danach den Plattenspieler. Nun muss gewartet werden, bis zumindest eine Seite der Schallplatte abgespielt wurde. Den Rechner sollte man in der Zwischenzeit nicht bedienen, um den Datenstrom nicht zu stören.

Liegt die Schallplatte endlich als Rohform im Rechner vor, muss noch nachbearbeitet werden. Zuerst müssen die einzelnen Tracks der Schallplatte als eigene Wavedateien abgespeichert werden. Die Pausen zwischen den Tracks können aufgrund des Nullpegels ermittelt werden oder anhand der Trackdauer. Zu lange Vor- und Nachläufe sollten abgeschnitten werden.
Abschließend können die Wavedateien nun auf eine CD gebrannt werden. Eine Trackpause von 2 Sekunden ist üblich, abgesehen zwischen Titeln, die ineinander übergehen.

 

Weiter: Links zum Thema...


  Unser Feature zum Thema Audio am PC

  Herkunft: Audio = lat. ich höre , von audire hören.

Einführung
Hardware Ausstattung
Software Ausstattung
Audioformate
Anwendungen
Weblinks

Copyrights Konzept Richard Koch