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Audio Formate
Wave
Digitale Form von Audiosignalen. Die Daten sind das Ergebnis eines Sampling-
Vorganges (A/D-Wandler!).
In einer Wavedatei (Erweiterung *.wav) werden diese
digitalen Daten unkomprimiert gespeichert (-> sehr große Dateien). Eine CD enthält
Daten in diesem Format.
Die Wave-Parameter sind:
- Samplingfrequenz: Anzahl der Samples (Proben), die pro Sekunde aus
einem Audiosignal gezogen werden. CD: 44100.
Andere gängige
Werte: 22050 Hz, 11025 Hz (für geringere Qualität, Sprachausnahmen,
Schellackaufnahmen etc.)
- Samplingtiefe: Wertebereich für ein einzelnes Sample, gleichbedeutend
mit der Anzahl unterschiedlicher Lautstärkewerte. CD: 65535
Lautstärkegrade, verteilt im negativen und positiven Bereich, also von –32768 bis +32767, gespeichert in 2 Datenbytes. Für geringere
Qualität Speicherung in 1 Byte, damit sind nur 255 (128)
Laustärkegrade darstellbar.
- Kanalanzahl: Mono/Stereo. CD: Stereo zwingend, auch bei
Monoaufnahmen.
Im Studiobereich sind noch höhere Werte für die einzelnen Parameter üblich.
Der Speicherbedarf einer Sekunde Audiosignal in CD-Qualität beträgt somit 44100 x
2 x 2, also 176400 Bytes, für eine Minute somit ca. 10 MB, für eine CD mit 78
Minuten ca. 800 MB.
Bei MS Windows findet man im Verzeichnis /Windows/Media eine Anzahl von Wavedateien zum
Testen.
Midi
Midi heißt: „Musical Instruments Digital Interface“. Midi Daten sind Steuerdaten für midifähige
Musikinstrumente und verschiedene andere Geräte (Lichtanlagen, Mischpulte etc.).
Mididateien enthalten im Gegensatz zu Wavedateien keine Audiodaten, sondern nur
Steuersignale, die an die interne (Soundkarte) und externe Geräte (Synthesizer,
Keyboards) gesendet werden, welche ihrerseits fertige Klänge und Funktionen bereit
stellen.
· Töne: Diese werden ein- und ausgeschaltet. Insgesamt 128 Töne (mehr als 10
Oktaven) möglich.
· Klänge: Auswahl eines bestimmten Instrumentes. 128 unterschiedliche
Instrumente in Gruppen (Tasten-, Streich-, Blasinstrumente) standardisiert,
erweiterbar.
· Controller: z.B. Fußpedal (Klavier!), Lautstärkeregler, Stereoposition etc. (ein/aus)
· Tonhöhenrad: Kurzzeitige Änderung der Tonhöhe, Schleifeffekte.
Mididateien sind relativ klein, verglichen mit Wave. Die Klangqualität hängt ganz
von den Klängen des Geräts ab und reicht von sehr schlecht bis fast naturgetreu bei teurern MIDI-Geräten. Nicht
darstellbar sind jedoch z.B. Singstimmen. Problematisch sind auch Streichinstrumente und einige Blasinstrumente
(Trompete).
Ebenfalls im Windows-Verzeichnis /Windows/Media findet man ein Anzahl von
Mididateien zum Testen.
Komprimierte Audioformate
Anwender wollen Musik am Rechner speichern oder übers Internet versenden: Dafür
sind unkomprimierte Wavedateien zu groß.
Dies führte zur Entwicklung eines
Komprimierungsverfahrens für Audiodateien: MP3 (eigentlich „MPEG 1 Layer 3“).
Entwickelt vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (FHIIS).
Mittels eines psychoakustischen Verfahrens werden Komponenten eines Audiosignals
ermittelt, die vom Menschen nicht oder nicht bewusst wahrgenommen werden. Im
wesentlichen sind das zu leise oder überlagerte Töne (Menschen aus allen
Altersgruppen und Gesellschaftsschichten wurden für Testreihen herangezogen).
Diese „überhörten“ Musikanteile werden nun aus dem originalen Signal entfernt.
Damit gelingt es, die Audiodaten durchschnittlich um den Faktor 10 zu verringern.
Der Kodierungsfaktor wird in Bits pro Sekunde (bps, kbps) angegeben; benötigt eine
unkomprimierte Wavedatei in CD-Qualität 1411 kbps pro Sekunde, so beträgt der
durchschnittliche Speicherbedarf einer MP3-Sekunde 128 kbps. Höhere
Kompressionsraten (96, 48 kbps, niedrigere Qualität) und niedrigere (192, 256 kbps)
sind möglich.
Einen Schritt weiter geht die variable Kompression (VBR – "engl.: variable bit rate", im
Gegensatz zur CBR – "engl:. constant bit rate"): Nicht jedes Musiksignal erfordert eine gleich
hohe Kompressionsrate; manche Stellen eines Stücks können bei gleicher Qualität
stärker komprimiert werden, andere erzwingen eine geringere Kompression, um die
Qualität zu erhalten. Der Nachteil der VBR Komprimierung liegt in der geringeren Kompatibilität - nicht alle MP3 Player können VBR codierte Dateien korrekt abspielen.
Der Erfolg des MP3-Formats bewirkte die großen Verluste der Musikindustrie und
den allseits bekannten Tauschboom im Internet, Stichworte „Napster“ und „Kazaa“.
Allerdings sind die Codecs (Softwaremodul, das kodiert – komprimiert und dekodiert – entkomprimiert) des Fraunhoferinstituts sowie das Kodierungsverfahren mit hohen
Lizenzgebühren belegt. Aus diesem Grund gab es in der freien Softwareszene
Bestrebungen, ein alternatives Kompressionsverfahren, das sich mehr oder weniger
vom Fraunhofer-Verfahren unterscheiden sollte, zu entwickeln.
Das Ergebnis ist der
LAME- und der BLADE-Encoder. Diese sind lizenzfrei (zumindest vom Hersteller
aus) und dürfen somit frei verwendet und weitergegeben werden.
Im Ernstfall obliegt
es jedoch der Entscheidung eines Gerichts, inwieweit die Rechte des Fraunhofer
Instituts verletzt wurden; derartige Prozesse sind aber nicht bekannt.
Weiterentwicklung des MP3-Formats: AAC – „Advanced Audio Coding“, ebenfalls
vom Fraunhofer-Institut. Sehr hohe Lizenzkosten.
Möglichkeiten rechtliche
Probleme bei der Verwendung eines Programms, welches MP3s erzeugt, zu vermeiden sind:
- Programm kaufen
- Ermitteln, welches Verfahren das raubkopierte Programm für die Erzeugung
von MP3s verwendet. Wenn Fraunhofer – Finger weg!
Hinweis: Das Dekodieren von MP3s ist in jedem Fall lizenzfrei.
Alternative Kompressionsverfahren
- Ogg Vorbis
- WMA – „Windows Media Audio“: Microsofts Antwort auf MP3; qualitativ
zumindest gleichwertig zu MP3, nicht so populär weil später entwickelt. Frei
verfügbar.
- MAC – “Monkeys Audio Codec”: Interessant, weil verlustfreies
Kompressionsverfahren. Ebenfalls lizenzfrei.
Hinweis: Jeder Codec benötigt ein Hostprogramm, das als User-Interface agiert und
den Codec ansteuert. Im Normalfall wird der Codec als sog. "PlugIn" im Mediaplayer installiert.
Weiter: Das sind die Anwendungen ...
Copyrights Konzept Richard Koch
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